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CM & SM

Ein Blick, der unter die Oberfläche geht

Gesundheit lässt sich nicht immer von außen beurteilen. Chiari-like Malformation (CM) und Syringomyelie (SM) sind Veränderungen im Bereich von Schädel, Gehirn und Rückenmark, die nur mithilfe bildgebender Diagnostik zuverlässig beurteilt werden können. 

Gerade weil betroffene Hunde äußerlich vollkommen unauffällig sein können, hat die MRT-Untersuchung für uns einen besonderen Stellenwert. Sie ermöglicht einen Blick auf Strukturen, die bei einer normalen körperlichen Untersuchung verborgen bleiben, und liefert wichtige Informationen für eine verantwortungsvolle Zuchtplanung.

Was ist CM & SM

Chiari-like Malformation (CM) und Syringomyelie (SM) sind Veränderungen im Bereich von Schädel, Gehirn und Rückenmark, die unter anderem beim Zwergspitz vorkommen können. Beide Befunde stehen miteinander in Zusammenhang, bezeichnen jedoch nicht dasselbe.

Bei einer Chiari-like Malformation (CM) sind die Platzverhältnisse im hinteren Bereich des Schädels verändert. Teile des Kleinhirns liegen dadurch sehr nah am beziehungsweise im Bereich des Hinterhauptlochs und können je nach Ausprägung verlagert sein. Dies kann den natürlichen Fluss der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, des sogenannten Liquors, beeinflussen.

Bei einer Syringomyelie (SM) entstehen flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, sogenannte Syringen, innerhalb des Rückenmarks. Diese können unterschiedlich groß und ausgeprägt sein. CM kann die Entstehung einer Syringomyelie begünstigen, beide Befunde müssen jedoch nicht zwangsläufig gemeinsam auftreten.

Ob und in welchem Ausmaß ein Hund Beschwerden entwickelt, lässt sich nicht allein anhand der Bezeichnung eines MRT-Befundes beurteilen. Es gibt Hunde mit Veränderungen im MRT, die im Alltag keine erkennbaren Symptome zeigen. Umgekehrt können ähnliche Auffälligkeiten auch andere Ursachen haben. Deshalb sollten MRT-Befund und klinischer Zustand immer voneinander unterschieden und gemeinsam betrachtet werden.

Mögliche Symptome

CM und SM können vollkommen symptomlos bleiben, bei manchen Hunden jedoch auch Beschwerden verursachen. Welche Symptome auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, kann von Hund zu Hund sehr unterschiedlich sein.

Zu den möglichen Auffälligkeiten gehören Schmerzempfindlichkeit im Bereich von Kopf, Hals oder Schultern, plötzliches Aufschreien, eine ungewöhnliche Kopf- oder Halshaltung sowie eine Abneigung gegen Berührungen in diesen Bereichen. Manche Hunde zeigen außerdem wiederkehrendes Kratzen, insbesondere im Hals- und Schulterbereich.

Als besonders charakteristisch gilt das sogenannte Phantomkratzen. Dabei führt der Hund mit einem Hinterbein wiederholt Kratzbewegungen in Richtung Hals oder Schulter aus, ohne die Haut dabei tatsächlich zu berühren. Auch neurologische Auffälligkeiten wie Koordinationsstörungen oder ein unsicherer Bewegungsablauf können bei stärker ausgeprägten Veränderungen auftreten.

Nicht jedes dieser Symptome ist automatisch ein Hinweis auf CM oder SM. Kratzen, Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit oder Veränderungen des Gangbildes können zahlreiche andere Ursachen haben. Bei wiederkehrenden oder auffälligen Beschwerden ist deshalb eine tierärztliche beziehungsweise neurologische Abklärung wichtig.

MRT & Zuchtplanung

Da sich CM und SM von außen nicht zuverlässig beurteilen lassen, hat die MRT-Untersuchung für unsere Zuchtplanung einen besonderen Stellenwert. Sie ermöglicht eine Beurteilung der Strukturen von Schädel, Gehirn und Rückenmark und kann Veränderungen sichtbar machen, die bei einem klinisch unauffälligen Hund unbemerkt bleiben würden.

Auch das Alter zum Zeitpunkt der Untersuchung spielt eine wichtige Rolle. Insbesondere eine Syringomyelie kann sich im Laufe des Lebens entwickeln oder verändern. Ein MRT stellt deshalb immer den Befund zu einem bestimmten Zeitpunkt dar und wird auch unter Berücksichtigung des Untersuchungsalters bewertet.

Die Ergebnisse werden in verschiedene CM- und SM-Grade eingeteilt. ​Welche Bedeutung ein Befund für die weitere Zuchtplanung hat, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören das Untersuchungsalter, der klinische Zustand und die Befunde beider Zuchtpartner.

Unser Ziel ist es, vorhandene Informationen möglichst sinnvoll für die Auswahl unserer Verpaarungen zu nutzen und das Risiko für gesundheitlich relevante Veränderungen bei den Nachkommen zu reduzieren. Ein MRT kann dabei wertvolle Informationen liefern, eine Garantie für die gesundheitliche Entwicklung der Nachkommen kann jedoch auch eine sorgfältig geplante Verpaarung nicht geben.

Die CM-Einstufung

Die Chiari-like Malformation wird anhand des MRT-Befundes in die Grade CM0, CM1 und CM2 eingeteilt. Die Einstufung beschreibt die anatomischen Verhältnisse im Bereich des Kleinhirns und des Hinterhauptlochs. 

CM0: Das Kleinhirn weist eine normale, abgerundete Form auf. Zwischen Kleinhirn und Hinterhauptloch ist ein Flüssigkeitsdurchgang erkennbar. 

CM1: Die Form des Kleinhirns ist verändert und der hintere Anteil reicht leicht in Richtung des Hinterhauptlochs. Ein Flüssigkeitsdurchgang ist weiterhin sichtbar. 

CM2: Der hintere Anteil des Kleinhirns tritt deutlich durch das Hinterhauptloch hervor. 

Die Einstufung beschreibt zunächst den anatomischen MRT-Befund. Sie sagt für sich allein nicht aus, ob ein Hund klinische Beschwerden zeigt.

Die SM-Einstufung

Auch die Syringomyelie wird anhand des MRT-Befundes in verschiedene Grade eingeteilt. Neben dem eigentlichen Befund spielt dabei das Alter des Hundes zum Zeitpunkt der Untersuchung eine wichtige Rolle. 

SM0: Es liegt keine Syringomyelie vor. 

SM1: Es zeigt sich eine Erweiterung des Zentralkanals bzw. eine Präsyrinx von weniger als 2 mm. 

SM2: Es liegt eine Syringo(Hydro-)myelie beziehungsweise eine Präsyrinx mit oder ohne Erweiterung des Zentralkanals von mehr als 2 mm vor. 

Ergänzt wird der jeweilige Grad durch einen Buchstaben, der das Alter bei der MRT-Untersuchung angibt: 

a: älter als 5 Jahre
b: zwischen 3 und 5 Jahren
c: zwischen 1 und 3 Jahren 

So bezeichnet beispielsweise SM0c einen zum Untersuchungszeitpunkt zwischen ein und drei Jahre alten Hund ohne entsprechenden Befund, während SM2a einen über fünf Jahre alten Hund mit einem SM2-Befund beschreibt. 

Quelle: Bewertungsschema CKCS Deutschland 2012 (PDF) ↗