LITTLE · FLUFFY · POMS
Gesundheit & Entwicklung
Zur gesundheitlichen Beurteilung eines Zuchthundes gehört für uns nicht nur die Genetik. Ebenso wichtig sind körperliche Untersuchungen, die Hinweise auf die individuelle Entwicklung, Anatomie und Belastbarkeit eines Hundes geben. Denn unser Ziel sind Zwergspitze, die nicht nur durch ihr Aussehen überzeugen, sondern auch körperlich in der Lage sind, ihre Menschen als aktive und sportliche Begleiter durchs Leben zu begleiten.
Einige gesundheitliche Themen können darüber hinaus während der Entwicklung oder im späteren Leben eine Rolle spielen. Auf dieser Seite möchten wir deshalb näher auf verschiedene Bereiche eingehen, die beim Zwergspitz relevant sein können.
Zwergspitze haben trotz ihrer geringen Größe ein vollständiges Hundegebiss. Das Milchgebiss besteht aus 28 Zähnen, das bleibende Gebiss aus 42 Zähnen. Durch den kleinen Kiefer und die engen Platzverhältnisse können jedoch Zahnfehlstellungen oder fehlende Zähne auftreten.
Beim korrekten Scherengebiss greifen die oberen Schneidezähne knapp über die unteren. Bei einem Vorbiss steht der Unterkiefer vor dem Oberkiefer. Bei einem Rückbiss bleibt der Unterkiefer hinter dem Oberkiefer zurück.
Eine besondere Phase in der Entwicklung des Gebisses ist der Zahnwechsel, der meist etwa ab dem vierten Lebensmonat beginnt. Bei kleinen Rassen kommt es häufiger vor, dass einzelne Milchzähne nicht von selbst ausfallen, obwohl der bleibende Zahn bereits durchgebrochen ist. Besonders häufig betrifft dies die Eckzähne. Bleiben Milch- und bleibender Zahn gleichzeitig stehen, spricht man von persistierenden Milchzähnen.
Während des Zahnwechsels sollte das Gebiss deshalb regelmäßig kontrolliert werden. Bleibt ein Milchzahn bestehen oder wächst ein bleibender Zahn erkennbar in eine ungünstige Position, sollte dies frühzeitig tierärztlich beurteilt werden. Persistierende Milchzähne können zu Fehlstellungen, sehr engen Zahnzwischenräumen und einer verstärkten Ansammlung von Belägen führen.
Auch nach abgeschlossenem Zahnwechsel lohnt sich ein regelmäßiger Blick ins Maul. Gerade kleine Hunderassen neigen vergleichsweise früh zu Zahnstein und anderen Zahnerkrankungen, sodass eine gute Zahnpflege von Anfang an sinnvoll ist. Eine notwendige Zahnbehandlung gehört in tierärztliche Hände und sollte bei Bedarf durch Dentalröntgen ergänzt werden, um auch Veränderungen unterhalb des Zahnfleischrandes beurteilen zu können.
Die Patellaluxation (PL) bezeichnet eine Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer normalen Position in der Führungsrinne des Oberschenkelknochens. Sie gehört zu den häufiger auftretenden orthopädischen Problemen kleiner Hunderassen und kann ein oder beide Knie betreffen.
Typisch kann ein plötzliches kurzes Anheben eines Hinterbeins oder ein hüpfender Gang sein. Manche Hunde strecken das betroffene Bein kurz nach hinten und laufen anschließend wieder völlig normal weiter. Je nach Ausprägung können jedoch auch Lahmheit, ein dauerhaft verändertes Gangbild oder Schmerzen auftreten. Gerade bei leichteren Formen zeigen manche Hunde überhaupt keine erkennbaren Symptome.
Bei der PL-Untersuchung wird die Stabilität der Kniescheibe durch eine standardisierte orthopädische Untersuchung beurteilt. Das Ergebnis wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt:
Grad 0: Die Kniescheibe sitzt stabil in ihrer vorgesehenen Position und lässt sich nicht luxieren.
Grad 1: Die Kniescheibe kann bei der Untersuchung luxiert werden, gleitet jedoch selbstständig wieder in ihre normale Position zurück. Im Alltag bestehen häufig keine oder nur geringe Beschwerden.
Grad 2: Die Kniescheibe luxiert häufiger oder kann länger außerhalb ihrer normalen Position verbleiben. Erste Veränderungen des Bewegungsablaufs können auftreten.
Grad 3: Die Kniescheibe befindet sich überwiegend außerhalb ihrer normalen Position, kann jedoch noch zurückverlagert werden. Häufig bestehen bereits deutliche Veränderungen der Gliedmaßenstellung und des Gangbildes.
Grad 4: Die Kniescheibe ist dauerhaft luxiert und lässt sich nicht mehr in ihre normale Position zurückverlagern. Oft bestehen ausgeprägte anatomische Veränderungen.
Für die Zucht ist eine offizielle PL-Untersuchung ein wichtiger Bestandteil der gesundheitlichen Beurteilung. Nach den für unsere Zucht geltenden Vorgaben sind Hunde mit PL Grad 0 und Grad 1 zuchttauglich. Höhere Grade schließen einen Zuchteinsatz aus.
Gerade während des Wachstums ist eine altersgerechte und abwechslungsreiche Bewegung wichtig. Freies Spielen, Toben und Rennen unterstützen den Muskelaufbau und gehören zu einer gesunden Entwicklung. Dauerhafte oder einseitige Belastungen, häufiges Hoch- und Herunterspringen, viele Treppen am Stück und starkes Wegrutschen auf glatten Böden sollten dagegen möglichst vermieden werden. Auch ein gesundes Körpergewicht trägt dazu bei, den noch wachsenden Bewegungsapparat nicht unnötig zu belasten.
Welpen können mit einer offenen Fontanelle geboren werden. Dabei handelt es sich um einen Bereich zwischen den Schädelknochen, der noch nicht vollständig verknöchert ist. Während des Wachstums verkleinert sich die Fontanelle häufig oder schließt sich vollständig. Besonders bei kleinen Hunderassen kann sie jedoch länger tastbar bleiben oder dauerhaft offen sein. Eine kleine offene Fontanelle muss den Hund nicht beeinträchtigen, während größere oder auffällige Fontanellen tierärztlich beurteilt werden sollten.
Bei kleinen Hunderassen wie dem Zwergspitz können auch Veränderungen der Luftröhre (Trachea) auftreten. Bei einem sogenannten Trachealkollaps verlieren die Knorpelspangen, die die Luftröhre offenhalten, an Stabilität. Dadurch kann sich die Luftröhre verengen und die Atmung beeinträchtigt werden.
Mögliche Anzeichen sind ein trockener ,anfallsartiger Husten, Würgen oder auffällige Atemgeräusche. Die Beschwerden können beispielsweise bei Aufregung, körperlicher Belastung oder Wärme deutlicher werden. Nicht jedes gelegentliche Husten oder Würgen bedeutet jedoch automatisch, dass ein Trachealkollaps vorliegt.
Im Alltag sollte unnötiger Druck auf die Luftröhre vermieden werden. Ein gut sitzendes Geschirr kann insbesondere bei empfindlichen Atemwegen eine sinnvolle Alternative zum Halsband sein. Auch ein gesundes Körpergewicht ist wichtig, da Übergewicht die Atmung zusätzlich belasten kann.
Bei wiederkehrendem Husten, auffälligen Atemgeräuschen oder Atemnot sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Das üppige Doppelfell gehört zu den charakteristischen Merkmalen des Zwergspitzes. Neben der richtigen Pflege können bei der Rasse jedoch auch Veränderungen des Fellwachstums auftreten.
Äffchenphase
Die sogenannte Äffchenphase gehört zur normalen Entwicklung des Zwergspitzes. Während des Fellwechsels vom Welpen- zum Erwachsenenfell kann das zuvor sehr plüschige Haarkleid vorübergehend deutlich dünner, ungleichmäßiger oder geradezu „zerzaust“ wirken. Besonders im Gesicht verändert sich das Erscheinungsbild häufig stark, wodurch sich die für diese Phase typische Bezeichnung entwickelt hat.
Wie ausgeprägt diese Zeit ausfällt und wie lange sie dauert, ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Sie ist jedoch ein normaler Teil der Fellentwicklung und nicht mit krankhaftem Haarausfall gleichzusetzen. Der typische Kranz im Gesicht ist dabei häufig deutlich zu erkennen. Das neue, dunklere Fell beginnt an der Stirn und zieht sich im Laufe des Fellwechsels weiter.
Zwergspitz in der Äffchenphase
Alopezie X & Black Skin Disease
Alopezie X, beim Zwergspitz häufig auch im Zusammenhang mit dem Begriff Black Skin Disease (BSD) genannt, ist eine Form des nicht entzündlichen Haarausfalls. Typisch ist ein fortschreitender Verlust des Deckhaares, häufig zunächst an Rumpf und Hinterhand, während Kopf und Gliedmaßen meist weniger betroffen sind. Die Haut kann sich in den betroffenen Bereichen zunehmend dunkel verfärben. Die genauen Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt.
Post-Clipping-Alopezie
Post-Clipping-Alopezie bezeichnet ein verzögertes oder ausbleibendes Nachwachsen des Fells nach einer sehr kurzen Schur. Das Erscheinungsbild kann dem einer Alopezie X ähneln und eine eindeutige Abgrenzung ist nicht immer möglich. Das dichte Doppelfell des Zwergspitzes sollte deshalb möglichst in seiner natürlichen Struktur erhalten bleiben und nicht ohne medizinischen Grund geschoren werden. Für die normale Fellpflege sind regelmäßiges Bürsten und das Entfernen loser Unterwolle in der Regel ausreichend.
Color Dilution Alopecia
Color Dilution Alopecia (CDA) kann bei Hunden mit genetisch verdünnten Fellfarben auftreten. Dabei kann es zu Veränderungen der Haarstruktur, Haarbruch und zunehmend dünner werdendem Fell bis hin zu kahlen Bereichen kommen. Teilweise treten zusätzlich Hautprobleme wie Schuppen oder wiederkehrende Entzündungen auf. Nicht jeder Hund mit einer Dilute-Farbe entwickelt jedoch eine CDA. Die Farbverdünnung lässt sich genetisch über den D-Lokus nachweisen. Ob sich tatsächlich eine CDA entwickelt, lässt sich anhand dieses Ergebnisses jedoch nicht vorhersagen.
Auch bei einem gesunden Hund können im Laufe des Lebens unerwartete Tierarztkosten entstehen. Eine Tierkrankenversicherung kann deshalb sinnvoll sein, möglichst bevor erste Erkrankungen oder Auffälligkeiten bekannt sind.
Je nach Tarif werden neben Behandlungen und Operationen sogar Vorsorgeleistungen übernommen. Es lohnt sich daher, Leistungen, Ausschlüsse und Erstattungsgrenzen frühzeitig zu vergleichen und eine Absicherung zu wählen, die zum eigenen Hund und den persönlichen Vorstellungen passt.